CHRISTOPH MARTIN WIELAND

WHEN THE VOICE

OF REASON,

DEMANDING MODERATION,

IS NO LONGER HEARD …?


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RICHARD LÖWENHERZ UND BLONDEL

VIII. 26. S. 360 – 361
nicht übersetzter Text

Unternehmungen, wie diese, wo große Monarchen ihre Erbländer verlassen und an Menschen und Geld erschöpfen, um in einem entlegenen Weltteil ohne Plan und festen Zweck Abenteuer zu bestehen; wo mit ungeheuren Kräften am Ende – Nichts geschafft, und die ganze Unternehmung, sogar im Moment der Gewissheit eines vollständigen Erfolgs, mit eben dem Schwindelgeiste, womit sie begonnen worden, wieder aufgegeben wird: eine solche Art zu verfahren, muß uns, nach den Grundsätzen einer gesunderen Politik beurteilt, unsinnig vorkommen. Aber die Kreuzzüge, und besonders König Richards seiner, müssen aus dem damals in ganz Europa herrschenden Taumel der irrenden Ritterschaft erklärt werden. Zweck erreicht – und das Übrige bekümmert wenig. Entwürfe auf Unternehmungen, von welchen eine dauerhafte Ruhe die Frucht wäre, kamen damals nicht in die Köpfe der Helden. Man trieb und taumelte sich herum, ohne einen anderen Zweck zu haben als sich herum zu treiben; man lebte von den Abenteuern des Tages, und man wollte sich selbst und anderen immer noch Arbeit für den folgenden übrig lassen. Dies war der Geist der Ritterzeit.

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