CHRISTOPH MARTIN WIELAND

THERE ARE STILL NATIONS

WHERE THE SOURCE OF LAWMAKING

IS NOT COMMON SENSE,

BUT VERY FOOLISH REASONING

AND THE VACILLATING WILL

OF AN INDIVIDUAL,

OR THE FEW WHO KNOW HOW TO EMPOWER

THEMSELVES THROUGH HIS AUTHORITY.

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GESPRÄCHE UNTER VIER AUGEN

X. 31. S. 332 / 334
nicht übersetzter Text

Das Volk wird das Opfer schändlicher Wortspiele, und die Gewalt erlaubt sich alles und darf sich alles ungestraft erlauben, da es von ihrer Willkür abhängt, Unrecht zu Recht, Recht zu Unrecht zu stempeln, und daß, wovor sie sich am meisten fürchtet, die Bekanntmachung der Wahrheit, zum Verbrechen zu machen, und zu bestrafen. Nicht so, wenn die Vernunft sich ihrer ewigen unverjährbaren Rechte wieder bemächtigt hat, um alle Wahrheiten, an deren Erkenntnisse Allen Alles gelegen ist, wieder ans Licht hervor zu ziehen. Was Wunder, wenn in einem solchen Zeitraume sich endlich, von allen Seiten her, tausende Stimmen, gegen Despotismus und privilegierte Gesetzlosigkeit, als die erste Quelle des öffentlichen Elends, erheben? Was ist natürlicher, als daß beinahe alle guten Köpfe einer solchen Nation sich mit der Aufdeckung dieses Elends beschäftigen? Und wie sollte es zugehen, daß dies nicht endlich mächtig auf den Geist der Nation wirken, und bei der größeren Mehrheit, eine der gegenwärtigen Ordnung der Dinge ungünstige Disposition hervor bringen sollte?

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